23.12.2021
Frauen-Bundesliga

„Wir haben Hunger auf mehr“

Niko Arnautis blickt auf die mit 22 Punkten erfolgreichste Hinrunde der Eintracht Frauen seit sechs Jahren zurück, erinnert sich an die Highlightspiele des Jahres und spricht über die Entwicklung seines Teams.

Niko, die Hinrunde liegt hinter uns. Ihr habt sie mit 22 Punkten auf dem vierten Tabellenplatz abgeschlossen, der Rückrundenauftakt mit dem 2:0 gegen den SC Sand ist gelungen. Hättest du mit so einem Ergebnis am Anfang der Saison gerechnet?

Wir haben uns im Sommer einiges vorgenommen. Wir wollten uns im Vergleich zum Vorjahr klar verbessern und näher an die Spitze herankommen, beides ist uns gelungen. Wir haben eine gute Vorbereitung gespielt und hatten daraufhin schon ein sehr gutes Gefühl. Es war unser Traum, in der Hinrunde mehr als 20 Punkte zu holen. Dass wir mit 22 Punkten nun das beste Ergebnis der vergangenen sechs Jahre erzielt haben, zeigt, dass wir auf einem sehr guten Weg sind. Wir haben uns um drei Plätze verbessert, acht Punkte mehr als im Vorjahr eingefahren und den Anschluss an die Spitzengruppe gehalten. Deshalb kann man definitiv von einer sehr guten Hinrunde sprechen.

Trübt die Niederlage in Bremen das Fazit zur Hinrunde?

Wir hatten uns alle in Bremen mehr vorgenommen. In der ersten Halbzeit hatten wir gleich mehrere Chancen, aus denen wir ein Tor hätten machen müssen. Dann wäre das Spiel sicher anders gelaufen, weil wir mehr Räume bekommen hätten. Nach dem Elfmetertor für Bremen haben wir uns sehr schwer getan gegen eine Mannschaft, die aufopferungsvoll gekämpft hat, und auf einem Platz, auf dem Kombinationen nur schwer möglich waren. Wir hatten sogar noch die ein oder andere Chance, den Ausgleich zu erzielen, haben es aber letztlich nicht geschafft. Natürlich ist es enttäuschend, weil wir einen großen Sprung hätten machen können. Nichtsdestotrotz war die Hinrunde sehr erfolgreich.

Zuhause sind wir bislang noch ungeschlagen. Wie stolz bist du als Trainer auf deine Mannschaft?

Ich bin nicht nur sehr stolz wegen der Siege, die wir eingefahren haben, sondern auch wegen der Art und Weise, wie wir aufgetreten sind. Wir sind als Mannschaft zu einer eingeschworenen Einheit geworden sowohl auf als auch neben dem Platz. Die Mädels lassen sich durch nichts abschrecken und sind zu einer richtigen Familie geworden. Wie sich die Mädels individuell, aber auch als Mannschaft, entwickelt haben, ist herausragend und macht mich als Trainer sehr stolz.

Das Heimspiel gegen München hat uns gezeigt, dass wir mit solchen Gegnern nicht nur mithalten, sondern sie auch schlagen können.

Niko Arnautis

Abgesehen von Camilla Küver und Virginia Kirchberger sind in der Hinrunde alle Spielerinnen unverletzt geblieben. Ist die gute Leistung auch darauf zurückzuführen, dass die Mannschaft aktuell so fit ist?

Erst einmal zeigt es, dass wir eine gute Belastungssteuerung haben. Unsere Fitness hilft uns aber auch, unseren Spielstil durchzuziehen. Die Mädels sind tatsächlich topfit. Dass mit Camilla und Gini nun zwei sehr wichtige Spielerinnen lange ausfallen werden, ist für sie persönlich, aber auch für uns als Team, sehr schade. Doch damit müssen wir leben und werden die Mädels Schritt für Schritt auf ihrem Weg begleiten. In der Vergangenheit haben wir es immer wieder gut geschafft, die Verletzten wieder ranzuführen, und werden das auch in diesem Fall tun. 

Der Bayernsieg in der Liga Mitte Oktober war ein Zeichen für die unglaubliche Mentalität in der Mannschaft. War das Spiel sinnbildlich für eure erfolgreiche Hinrunde?

Wir hatten viele Highlightspiele im Kalenderjahr 2021. Auch im Pokalfinale hat man schon gesehen, welche Mentalität in der Mannschaft steckt. Doch im Heimspiel gegen München hat die Mannschaft gezeigt, was sie auszeichnet. Da war alles drin, was im Fußball passieren kann. Es war Emotion pur und die Bestätigung für uns, dass wir mit solchen Gegnern nicht nur mithalten, sondern sie auch schlagen können. Das hat man auch in den Spielen danach gesehen: Wir haben – Bremen ausgenommen – fast immer geliefert. Das ist sehr bemerkenswert, weil wir es fast ohne Neuzugänge geschafft haben. Bis auf Nicole Anyomi und Siri Worm, die in den letzten beiden Spielen gegen Potsdam und Bremen in der Startelf standen, haben dieselben Mädels wie in der vergangenen Saison gespielt. Wenn man dann noch sieht, dass uns wichtige Spielerinnen verletzungsbedingt fehlen, ist es umso bemerkenswerter, was die Mannschaft in der Hinrunde geleistet hat. Jetzt haben wir Hunger auf mehr, auch wenn wir wissen, dass das nicht einfach wird.

 Wie hat sich das Team im Vergleich zur Vorsaison verändert?

Viele unserer Spielerinnen haben schon in jungen Jahren eine große Verantwortung auf dem Platz getragen und sind nun immer mehr in ihre Rolle gewachsen. Auch die erfahrenen Spielerinnen sind nochmal reifer geworden. Wir sind ein eingespieltes Team, das sich in den letzten Jahren Schritt für Schritt aufgebaut hat. Mit unserem Spielstil haben wir ein Gerüst, in dem sich Jede wohlfühlt und von dem wir wissen, dass wir damit erfolgreich spielen können. Das alles hat dazu beigetragen, dass wir jetzt so erfolgreich dastehen.

Zum Rückrundenauftakt und Jahresausklang gab einen 2:0-Erfolg beim SC Sand – ein gelungener Jahresabschluss?

Definitiv! Wir gehen mit einem sehr guten Gefühl in die verdiente Winterpause und genießen die Weihnachtsfeiertage, um uns auszuruhen. Der Sieg rundet die bisherige Saison wunderbar ab: Das Kalenderjahr 2021 war insgesamt sehr erfreulich für uns. Dass wir momentan weiterhin an den Spitzenrängen dran sind, ist ein toller Abschluss für uns! Wo es für uns in der Rückrunde hingeht, werden wir sehen – schon im Februar wartet mit dem SC Freiburg kein einfacher Gegner auf uns.

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