03.01.2023
Frauen II

„Wollen spielen, als ginge es um alles“

U20-Kapitänin Jella Veit blickt auf das Jahr in der 2. Frauen-Bundesliga zurück, spricht über die Herausforderungen in der aktuellen Hinrunde und ihre Erfolge mit der U17-Nationalmannschaft.

Jella, ein spannendes Jahr in der 2. Frauen-Bundesliga neigt sich dem Ende entgegen. Wie bewertest du sportlich gesehen Euer 2022?

Ich denke, wir können grundsätzlich mit unserer Leistung zufrieden sein. Wir sind im Sommer durch einige neue Spielerinnen nochmal deutlich jünger als Team geworden, sind seitdem aber immer mehr zusammengewachsen. Auch wenn ein paar Ergebnisse unglücklich ausgefallen sind, haben wir uns als Team weiterentwickelt und bewiesen, dass wir gut zusammenspielen. Es ist noch Luft nach oben, aber wenn wir so weitermachen, sind wir auf einem guten Weg.

Für Dich persönlich ist es das zweite Jahr in Frankfurt. Wie siehst du Deine eigene Entwicklung in 2022?

In meinem ersten Jahr musste ich mich erstmal ein bisschen orientieren und sehen, wo ich stehe. Seitdem habe ich sehr viel an Erfahrung sammeln können. Man macht in jedem Spiel kleine Fehler, die man im nächsten Spiel dann nicht mehr macht. Auch wenn ich noch recht weit am Anfang stehe und noch sehr viel lernen kann, fühle ich mich schon richtig wohl in der 2. Liga. Das hilft mir, gerade in dieser Saison mit unserem sehr jungen Team auch die anderen mit an die Hand zu nehmen.

Wir haben in unserer Mannschaft sehr viele Spielerinnen, die vorweggehen und Verantwortung übernehmen.

Jella Veit

Im Sommer wurdest du zur Kapitänin des Teams ernannt. Was bedeutet dir diese Rolle?

Die Kapitänsbinde zu tragen, ist für mich etwas ganz Besonderes. Es zeigt, dass ich gerne Verantwortung übernehme und das Team führen möchte. Für mich ist es deshalb auch keine Last oder zusätzliche Arbeit, sondern eine Aufgabe, die ich gerne mache. Gleichzeitig haben wir in unserer Mannschaft sehr viele Spielerinnen, die vorweggehen und Verantwortung übernehmen. Das macht es mir sehr leicht.

Neben einem neuen Trainer mit Stefan von Martinez sind auch einige Spielerinnen im Sommer zu euch gestoßen. Wie gut habt ihr euch als Team mittlerweile zusammengefunden?

Mit neuen Gesichtern im Trainerteam und der Mannschaft dauert es immer ein wenig, bis sich alles einspielt. Das Trainerteam und auch wir Spielerinnen mussten uns erstmal untereinander finden. Da hat man gemerkt, wie wichtig es ist, miteinander zu sprechen. Mittlerweile sind wir aber echt gut zusammengewachsen und wissen ganz gut, wie jeder und jede so tickt.

Die Hinrunde war nicht einfach für Euch, die Liga war durch die U17-WM lange unterbrochen, außerdem hattet ihr immer wieder mit Ausfällen zu kämpfen. Wie seid ihr damit umgegangen?  

Ich finde, wir haben trotz der Herausforderungen immer wieder gezeigt, dass wir füreinander spielen und jede immer Vollgas gibt. Wir sind ein sehr junges Team, in dem jede ihre Ziele hat und zeigen will, wo sie hinmöchte. Natürlich kann man nicht immer alles kompensieren, aber was immer gut gelaufen ist, ist, dass jede Spielerin zu jeder Zeit ihre Rolle angenommen und bestmöglich umgesetzt hat.

Was klappt schon gut im Team und wo wollt ihr Euch noch verbessern?

Wir sind ein sehr junges, dynamisches Team, das von Grund auf ein hohes Leistungsniveau hat, aber auch noch viel lernen muss. Was unsere Kreativität und den taktischen Bereich angeht, sind wir ganz gut aufgestellt. Woran wir noch arbeiten müssen, ist unsere Struktur und unsere Sicherheit. Wir sind manchmal noch zu überstürzt in einzelnen Aktionen und brauchen noch Erfahrung, um cooler in verschiedenen Situationen zu sein.

Für Dich war es nicht nur mit der Eintracht, sondern auch mit der U17-Nationalmannschaft ein besonderes Jahr. Du bist sowohl bei der U17-EM als auch bei der U17-WM als Kapitänin aufgelaufen. Welche Momente haben dich dort besonders geprägt?

Dass ich beiden Turnieren auflaufen durfte, was etwas ganz Besonderes und nicht selbstverständlich. Jedes Spiel für die Nationalmannschaft ist besonders und eine mega Erfahrung. Die EM war unser allererstes Turnier. Dass es für den Titel gereicht hat, war unglaublich. Trotzdem war auch unser Qualifikationsspiel gegen Österreich ein sehr wichtiger Moment für mich. Wir lagen 0:2 hinten, mussten gewinnen und haben das Spiel dann innerhalb von fünf Minuten irgendwie noch gedreht. Da hat man gesehen, wie viel man mit dem Willen erreichen kann. Dieser Wille hat uns dann auch durch die beiden Turniere getragen.

Welche Ziele habt ihr als Team und hast du persönlich für 2023?

Als Team wollen wir in der Rückrunde wieder ein wenig nach oben in der Tabelle klettern und zeigen, dass wir auch gegen starke Gegner gewinnen können. Ich bin davon überzeugt, dass wir, wenn wir an uns glauben, jedes Team schlagen können – auch bei der knappen 1:2-Niederlage in Leipzig zuletzt hat nicht viel gefehlt. Wir wollen in jedem Spiel so auflaufen, als ginge es um alles. Wir wollen zeigen, was wir draufhaben. Ich persönlich hoffe, dass wir als Team noch stärker zusammenwachsen, denn je stärker das Team, desto mehr können wir gewinnen. Auf DFB-Ebene hoffe ich außerdem, auch zu den Lehrgängen der U19 eingeladen zu werden und mich zeigen zu können.  

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