05.11.2021
Frauen-Bundesliga

SGE verliert nach Last-Minute-Treffer

Effektive Frankfurterinnen führen lange gegen den VfL Wolfsburg, müssen sich aber am Ende durch ein spätes Gegentor mit 2:3 (1:2) geschlagen geben.

Für die Adlerträgerinnen war es das dritte Top-Spiel hintereinander: Nach einem Sieg in der FLYERALARM Frauen-Bundesliga über Bayern München und dem Pokalaus gegen die FCB-Frauen ging es am Freitagabend zum ersten Flutlichtspiel der Saison auswärts zum VfL Wolfsburg. Zum Auftakt des 7. Spieltags gab es für eine effektive Eintracht in der Autostadt durch ein Gegentor in der Nachspielzeit eine 2:3 (2:1)-Niederlage.

Frühe Führung – wütende Wölfinnen

Unverändert nach dem 2:4 in München setzte SGE-Cheftrainer Niko Arnautis auf dieselbe Elf. Und die Gäste jubelten früh: Lara Prasnikar konnte aus der Drehung nach einer flachen Hereingabe in den Strafraum von Shekiera Martinez die Kugel vorbei an Almuth Schult zur 1:0-Führung schieben (4.). Der Druck für die Wölfinnen, die mit zwei Punkten Rückstand zum Tabellendritten aus Hessen gingen, erhöhte sich: Der VfL probierte sofort, noch weiter vorne zu pressen und Fehler durch die SGE-Defensive zu erzwingen. Doch Frankfurt hatte durch Barbara Dunsts abgefälschten Schuss auch die zweite Möglichkeit (8.). Deutlich gefährlicher wurde es aber, als Ex-Frankfurterin Svenja Huth die Kugel nur knapp neben den SGE-Pfosten setzte (9.), danach an Merle Frohms scheiterte (10.) und VfL-Stürmerin Pauline Bremer per Kopf über den Querbalken köpfte (11.), drei Chancen in weniger als drei Minuten. Und der Vizemeister der vergangenen Spielzeit blieb wütend und somit gefährlich: Nach einer Ecke von Felicitas Rauch kam Lena Oberdorf freistehend zum Kopfball (16.), Jill Roord hätte nach einem Abwehrfehler freistehend den Ball ins leere Tor schieben können (18.).

Die Frankfurterinnen hatten Glück durch die Vielzahl an Wolfsburger Chancen und aufbauenden Dominanz der Gastgeberinnen, nicht den Ausgleich zu kassieren. Offensiv zeigte sich die Eintracht gnadenlos effektiv: Verena Hanshaw auf Laura Freigang und die SGE-Torjägerin erzielte mit der zweiten Chance ihres Teams eiskalt das zweite Tor (20.). Die Partie beruhigte sich anschließend etwas, ohne etwas vom Kampfeswillen beider Teams zu verlieren: Beide fighteten um jeden Millimeter auf dem Rasen des AOK Stadions. Für Wolfsburg brauchte es einen Freistoß, um ins SGE-Tor zu treffen: Dominique Janssen zirkelte die Kugel genau und unhaltbar ins linke obere Eck (34.). Nur wenige Sekunden später hatte Frankfurt Glück, als Bremer im Fünfmeterraum ungedeckt über den Ball trat (35.). Kurz vor der Pause parierte Frohms einen Oberdorf-Schuss aus 20 Metern (42.) sowie einen Roord-Abschluss (45.) stark per Fuß.

Wolfsburg erhöht Druck nach Seitenwechsel

Die zweite Hälfte begann, wie die erste geendet hatte: mit einer starken Fußbabwehr von Frohms gegen Roord (47.), bevor die deutsche Nationalkeeperin mit einer spektakulären Parade nach einem Freistoß von Felicitas Rauch den Ball zur Ecke klären konnte (50.). Der Druck auf die Frankfurter Hintermannschaft nahm zusehends zu, manche Aktionen wurden nicht mehr entscheidend genug geklärt, sodass Entlastungsangriffe seltener waren. Wenn die Hessinnen aber vorne aktiv waren, wurde es für den VfL gleich gefährlich, weil die Gastgeberinnen ungewohnt fahrig in der Abwehr agierten: Shekiera Martinez scheiterte an Schult (55.), bevor auf der Gegenseite erneut Frohms spektakulär gegen Bremer parierte (56.), die kurz darauf sogar die Latte traf (60.).

Über Langeweile brauchten sich Frohms und ihre Vorderleute nicht beschweren, davon zeugte allein das Eckenverhältnis nach 64 Minuten: 10:0 für dem VfL. Die Zehnte war es auch, die das 2:2 brachte: Jill Roord kam nach einer Abwehraktion als erstes im Gestocher an den Ball und erzielte den Ausgleich (66.). Die Niederländerin hatte auch den nächsten Schuss aufs SGE-Tor zu verantworten, doch erneut war Frohms Endstation (74.). 911 Zuschauer konnten sich nicht über mangelnden Unterhaltungswert bei einer hart umkämpften Begegnung beschweren, die für die SGE ein bitteres Ende fand. Mit der letzten Aktion des Spiels in der fünften Minute der Nachspielzeit brachte Rauch den Ball per Freistoß auf den Kopf von Dominique Janssen, die über die weit herausgelaufene Merle Frohms köpfte (90.+4). 

Weiter geht es für die Mannschaft von Niko Arnautis in einer Woche am Freitag, 12. November, mit einem Heimspiel am 8. Spieltag in der FLYERALARM Frauen-Bundesliga: Um 19.15 Uhr empfängt die SGE den FC Carl Zeiss Jena, wieder wird die Partie live bei Eurosport und Magenta Sport übertragen.

So spielte die SGE

Frohms – Küver, Kleinherne, Kirchberger, Hanshaw – Nüsken, Feiersinger, Dunst (60. Mauron), Freigang – Martinez (70. Anyomi), Prasnikar (90+1. Johannsdottir).

So spielte der VfL Wolfsburg

Schult – Hendrich, Wedemeyer, Janssen, Rauch – Oberdorf, Lattwein – Waßmuth (60. van de Sanden), Roord (78. Smits), Huth – Bremer (78. Svava).

Schiedsrichterin

Vanessa Arlt

Tore

0:1 Prasnikar (4.)

0:2 Freigang (20.)

1:2 Janssen (34.)

2:2 Roord (66.)

3:2 Janssen (90.+4)

Zuschauer

911

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