29.07.2022
Frauen Profis

Zweifache Titeljagd an einem Tag

Während Anyomi, Doorsoun, Freigang und Kleinherne gegen England in Wembley um den Europameister-Titel kämpfen, hat Brasilianerin Letícia Santos gegen Kolumbien die Chance, die Copa América zu gewinnen.

Der große Tag ist gekommen, und das gleich für zwei Nationen mit fünffacher Eintracht-Beteiligung: Sowohl für die Brasilianerinnen als auch für das deutsche Team wird der Sonntag, 31. Juli, zum großen Finaltag. Obwohl die einen um den Titel bei der Copa América kämpfen und die anderen Europameisterinnen werden wollen, gibt es einige Parallelen zwischen den Turnieren: Denn auf beiden Kontinenten treffen jeweils der Rekordtitelträger auf den Gastgeber. Außerdem haben alle fünf Adlerträgerinnen in den beiden Nationaltrikots die Chance, auf ihren ersten internationalen Titel mit der A-Nationalmannschaft.

Los geht es am frühen Sonntagmorgen um 2 Uhr (MESZ) im kolumbianischen Estadio Alfonso López. Letícia Santos hat sich mit Brasilien durch einen 2:0-Sieg über Paraguay die Chance auf den achten Copa-Titel gewahrt und wird nun im Endspiel auf Gastgeber Kolumbien treffen. Die Kolumbianerinnen hatten sich im Halbfinale mit 1:0 gegen Argentinien durchgesetzt. Als 28. der FIFA-Weltrangliste und zweifacher WM-Teilnehmer hat Kolumbien bislang zwar noch keinen Titel gewinnen können, es bei sechs Copa-Teilnahmen aber immerhin vier Mal unter die besten vier Teams geschafft, 2010 und 2014 landete man jeweils auf Platz zwei hinter Brasilien. Gerade in der Vorrunde wussten die Gastgeberinnen zudem zu überzeugen: Wie die Brasilianerinnen holten sie souverän vier Siege aus vier Spielen bei einer Tordifferenz von 13:3.

Kleinherne kehrt nach Wembley zurück

Rund 14 Stunden, nachdem Letícia Santos die Trophäe in den Himmel gestreckt haben könnte, kommt es am Sonntagnachmittag im englischen Wembley Stadion zum großen Showdown. 87.000 Zuschauer werden beim großen Finale der bislang erfolgreichsten Mannschaft in der Geschichte des Wettbewerbs Deutschland und dem Gastgeberland England um 18 Uhr (MESZ) erwartet. Das Erste überträgt live.  

Besonders gute Erinnerungen an Wembley hat Sophia Kleinherne. Im November 2019 feierte die 22-Jährige im weltbekannten Stadion gegen England ihr Debüt im Nationaltrikot und ging gleichzeitig mit einem 2:1-Sieg im Freundschaftsspiel vom Platz. Insgesamt haben beide Nationen 27 Länderspiele gegeneinander bestritten, die Bilanz ist eindeutig: 21 Siege, vier Unentschieden und nur zwei Niederlagen für das deutsche Team. Bei Europa- und Weltmeisterschaften gab es neun Duelle, von denen die DFB-Frauen sieben gewannen – darunter das EM-Finale 2009 in Helsinki mit 6:2. Damals standen fünf Spielerinnen des 1. FFC Frankfurt im Kader, so viele – wenn man Merle Frohms, die vergangene Saison bei der SGE noch unter Vertrag stand, mitzählt – wie auch diesmal.

Torfreudige Engländerinnen gegen effiziente DFB-Frauen

Und doch sind die „Lionesses“ mittlerweile als mindestens ebenbürtig einzuschätzen. Im Februar schlug das Team von Sarina Wiegman Deutschland in einem Freundschaftsspiel im Rahmen des Arnold Clark Cups in Wolverhampton mit 3:1. Mit deutlichen Siegen über Norwegen (8:0), Nordirland (5:0) und zuletzt im Halbfinale gegen Schweden (4:0) präsentierten sich die Engländerinnen zudem als torfreudigstes Team im Turnier und kassierten dabei wie die deutsche Mannschaft nur ein einziges Gegentor. Einzig im Viertelfinale gegen ein starkes Spanien taten sich die Gastgeberinnen schwer und konnten sich erst in der Verlängerung das Weiterkommen sichern.

Der Elf von Martina Voss-Tecklenburg überzeugte hingegen bislang vor allem durch ihre Effizienz. Auch die Favoriten des Turniers Spanien und Frankreich schlug man in der regulären Spielzeit. Nun soll mit demselben Teamgeist die letzte Hürde England genommen werden, um sich den Traum vom neunten Titel zu erfüllen.

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