02.07.2021
2. Frauen-Bundesliga

„Wir wollen eine Charaktermannschaft werden“

Nach dem Trainingsauftakt der Zweitliga-Frauen spricht der neue Cheftrainer Francesco Continolo über den aktuellen Stand des Teams, die Ziele für die Vorbereitung und seine Idee vom Fußball.

Nach knapp vier Wochen Sommerpause rollt der Ball wieder beim Zweitliga-Team der Eintracht. Bei der ersten Einheit auf dem Sportplatz des 1. FC Oberursel am gestrigen Donnerstag startete das Trainerteam die Saisonvorbereitung gemeinsam mit 17 Feldspielerinnen und zwei Torhüterinnen. Karla Reuter, Fabienne Walaschewski und Neuzugang Jessica Reiß werden in den kommenden Tagen noch zum Team stoßen. 

Direkt mittendrin in seiner ersten Einheit als Cheftrainer war natürlich auch Francesco Continolo – fleißig Anweisungen gebend, Tipps zurufend und Lob verteilend. Denn bei aller Anstrengung zwischen Läufen, Koordinationsübungen und Ballstafetten schien die Freude über die Rückkehr auf den Platz augenscheinlich beim neuen Coach und seinen Spielerinnen zu überwiegen. Nach der rund zweistündigen Einheit nahm sich der Nachfolger von Kim Kulig die Zeit, über seine ersten Eindrücke und zukünftigen Pläne zu sprechen. 

Francesco, wie lief die erste Trainingseinheit nach knapp vier Wochen Pause?

Ich habe die erste Einheit als überraschend gut empfunden, gerade was die Fitness und Kommunikation der Spielerinnen untereinander betrifft. Man hat gemerkt, dass sich auch die neuen Spielerinnen, die sich bereits aus dem Internat kennen, untereinander sehr gut verstehen. Auch auf dem Platz haben sich alle schnell gefunden. Insgesamt bin ich nach der ersten Einheit also positiv überrascht und freue mich jetzt umso mehr darauf, in den nächsten Tagen weiterzuarbeiten.  

Ihr habt nun sechs Wochen, bis die Saison startet: Was nehmt ihr euch als Team bis dahin vor?

Wir wollen schnell als Team zusammenwachsen und zu einer mutigen und kreativen Mannschaft werden. Natürlich wird es auch um Taktisches gehen, aber primär ist es uns wichtig, dass wir so schnell wie möglich eine Mannschaft formen. Auch weil wir viele junge Spielerinnen haben, legen wir einen großen Wert auf den pädagogischen Bereich. Wir wollen zu einer echten Charaktermannschaft werden.

Zu eurem Team sind neun junge Spielerinnen gestoßen, darunter vier aus der eigenen U17. Welche Rolle spielt das bei der Vorbereitung und worauf kommt es an, um das neue Team zu formen?

Es ist eine große Herausforderung. Man hat schon im ersten Training gemerkt, dass das Spieltempo für viele Mädels nun ein anderes ist als das, was sie aus der U17 kennen. Trotzdem muss ich sagen, dass in der U17 super Arbeit geleistet wurde und die Spielerinnen sehr gut vorbereitet wurden. Unsere Arbeit wird es nun sein, geduldig zu sein und sie athletisch schnell voranzubringen. Für uns steht dabei nicht nur der Fußball als Leistungssport im Vordergrund. Wir wollen auch einen Fokus auf die Pädagogik und soziale Kompetenz legen. Gerade die Neuen sollen sich sowohl im Internat als auch auf dem Platz und im gesamten Team schnell wohlfühlen. Denn wer sich wohlfühlt und glücklich ist, der lernt alles viel schneller.

Der Trainingsauftakt war gleichzeitig dein offizieller Start als Cheftrainer. Was bedeutet es für dich persönlich, nun vom Co- zum Cheftrainer geworden zu sein?

Ich fühle viel Stolz, Demut und Freude, aber auch Respekt vor der Aufgabe. Es ist eine andere Rolle, das habe ich von Anfang an gespürt. Ich trage nun die Verantwortung dafür, dass es läuft. Aber mein Team macht es mir sehr einfach und unterstützt mich bei allem, dafür bin ich sehr dankbar. Ich freue mich sehr, auf die neue Herausforderung.

Du kennst den Verein und das Team bereits seit einigen Jahren. Was hast du aus dieser Zeit für deine jetzige Aufgabe gelernt und mitgenommen?

Ich durfte zwei Jahre lang das Team als Co-Trainer begleiten und von Kim als ehemalige Nationalspielerin enorm viel mitnehmen und lernen. Gerade was die Professionalität und Organisation rund um das Training herum betrifft, haben die zwei Jahre meine Arbeit wirklich nach oben katapultiert. Inhaltlich hat, denke ich, jeder Trainer seine eigene Einstellung und Philosophie. Aber was das Drumherum angeht, auch in Bezug auf die Trainingssteuerung, konnte ich einiges mitnehmen.

Wie würdest du deine Philosophie und Spielidee beschreiben, die du den Spielerinnen mit auf den Weg geben möchtest?

Mein Ziel ist es, dass wir sehr mutig spielen, kreativen Fußball zeigen, aber auch intelligent spielen. Das bedeutet für mich: Gas geben und im Angriffspressing mutig nach vorne spielen, wenn ich kann und soll, aber auch mal auf die Bremse drücken, kompakt stehen und absichern, wenn es nötig ist. Wir wollen den Gegner kontrollieren, wenn wir den Ball haben, aber eben auch, wenn wir ihn nicht haben. Wir wollen entscheiden, wo es langgeht. Grundsätzlich aber ist mein Motto, das ich der Mannschaft immer wieder sage: Legt einfach los und seid mutig. Ihr werdet sicher Fehler machen, aber ihr dürft und sollt Fehler machen. Denn wer Fehler macht, der probiert etwas. Die anderen bügeln das schon aus, das ist nicht das Thema. Es kommt darauf an, dass du etwas probiert hast.

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