18.03.2022
Frauen-Bundesliga

„Wir waren ganz knapp dran“

Frust über die bittere Niederlage, aber auch Stolz über eine starke Leistung halten sich bei Trainer Niko Arnautis, Sportdirektor Siggi Dietrich und seinen Spielerinnen nach dem 2:4 in München die Waage.

Cheftrainer Niko Arnautis: Man hat hier heute eine Frankfurter Mannschaft gesehen, die das, was sie sich vorgenommen hat, trotz des frühen Rückstands gut umgesetzt hat. Gerade bei den Toren, die herausragend herausgespielt waren, hat man unsere Qualität gesehen, die wir mittlerweile haben. Wenn man so in München auftritt und mit dem FC Bayern auf Augenhöhe spielt, ist man als Trainer sehr stolz. Wir haben gerade in der ersten Halbzeit ein super Spiel gemacht und sind verdient in Führung gegangen. Trotzdem ist es bitter, ohne einen Punkt nach Hause zu fahren. Hätten wir die Situationen, die wir auch im zweiten Durchgang hatten, wie in der ersten Hälfte besser genutzt, hätte es anders ausgehen können. Die Mannschaft hätte sich heute einen Punkt verdient gehabt. Aber man darf auch nicht vergessen, dass wir in München gespielt haben. Im Vergleich zum Pokalspiel haben wir uns nochmal deutlich gesteigert und waren noch näher dran. Am Ende haben nur Kleinigkeiten gefehlt. Gegen Wolfsburg brauchen wir nun die gleiche Bereitschaft wie heute. Wir werden wieder mutig und mit Selbstbewusstsein ins Spiel gehen, um zu Hause etwas mitzunehmen. 

Laura Freigang, Kapitänin und Torschützin zum 1:1: Letztlich ist die Niederlage ärgerlich, aber nicht unverdient. Wir haben es in der ersten Halbzeit sehr gut gemacht und uns für den zweiten Durchgang viel vorgenommen. Dass wir dann direkt nach der Pause das Gegentor bekommen, ist sehr ärgerlich. In der Folge haben wir unsere Situationen nicht mehr so gut zu Ende gespielt. Bayern hat den Ball gut laufen lassen, sodass es schwer war, das Spiel wieder in die Hand zu nehmen. Trotzdem haben wir nach dem 2:1 den Fuß etwas vom Gas genommen, das darf nicht passieren. Am Ende wollten wir nochmal alles reinwerfen. In einer solchen Situation dann noch ein Gegentor zu bekommen, passiert, auch wenn das 2:4 etwas zu hoch ausfällt.

Laura Feiersinger: Wir hatten das Spiel phasenweise richtig gut im Griff, doch in München ist es immer schwer, eine Führung zu halten. Wir waren wieder sehr knapp dran, umso weher tut es, das Spiel noch zu verlieren. Wir haben uns von Beginn an gute Möglichkeiten erkämpft und klar nach vorne gespielt. Die entscheidenden Aktionen haben dann allerdings die Bayern für sich entscheiden können. In Zukunft müssen wir noch mutiger und entschiedener sein, um solche Situationen zu verteidigen. Mit Wolfsburg treffen wir im nächsten Spiel nun auf einen Gegner, der uns ganz gut liegt. Die Leistung aus dem Hinspiel gibt uns genügend Mut und Schwung, um zu Hause die drei Punkte zu holen.

Siegfried Dietrich, Sportdirektor Frauen: Auch das dritte Spiel in der laufenden Saison gegen den Deutschen Meister ist nach dem Sieg in Frankfurt und dem Pokalaus im Herbst über weite Strecken ein offener Schlagabtausch gewesen, in dem wir nach schnellem Rückstand mit einer starken spielerischen und kämpferischen Leistung und zwei schönen Toren das Spiel zur Halbzeitführung von 2:1 drehen konnten. Dass wir nach dem schnellen 2:2 und dem späteren Rückstand mit weiteren Chancen auch bis kurz vor Schluss durchaus auf Augenhöhe mitgespielt haben, zeigt, wie weit wir uns mit unseren erarbeiteten Möglichkeiten den absoluten Spitzenteams angenähert haben. Jetzt gilt es, das Ergebnis schnell abzuhaken und das gewonnene Selbstvertrauen, unsere Mentalität und den Glauben an unsere nun schon so oft gezeigten Stärken in das Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg mitzunehmen.

Jens Scheuer, Trainer des FC Bayern München: Wir haben gewusst, dass uns eine starke Mannschaft hier in München erwartet. Wir sind gut ins Spiel gekommen und folgerichtig in Führung gegangen, haben dann aber die nötige Ruhe etwas vermissen lassen und zu viele falsche Entscheidungen getroffen. Das überragende Tor von Laura Freigang und der anschließende Treffer zum 2:1 haben uns etwas geschockt, da mussten wir uns in der Pause erstmal schütteln. Doch in der Kabine habe ich zu meinen Mädels gesagt: Jetzt zeigt sich, ob sie Champions oder gute Spielerinnen sind. Und sie sind Champions. 

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