13.11.2020
Frauen-Bundesliga

Unglückliche Pleite

Im ersten Klassiker des deutschen Frauenfußballs liefert sich die Eintracht mit Turbine Potsdam einen intensiven Abnutzungskampf – und muss sich unglücklich 0:1 geschlagen geben.

1. FFC Frankfurt gegen Turbine Potsdam – das war bis zu dieser Saison der Klassiker im deutschen Frauenfußball, der die Herzen der Fans höherschlagen ließ. Eine gute Tradition, die Frankfurt nun als Eintracht fortführen wird. Und der erste „alte, neue Klassiker“ dieser Art hielt, was er versprochen hatte: Intensität, Zweikämpfe und Wille. Das glücklichere Ende aber verbuchte Turbine für sich. Unter Flutlicht mussten sich die Adlerträgerinnen am Freitagabend am 9. Spieltag der FLYERALARM Frauen-Bundesliga-Saison 2020/21 im Topspiel 0:1 (0:0) geschlagen geben. Die Potsdamerinnen verteidigten damit vorerst den dritten Rang.

SGE-Coach Niko Arnautis setzte auf dieselbe Startelf wie in der Woche zuvor beim MSV Duisburg, als die Eintracht 3:0 gewann. Die erste Großchance ließ nicht lange auf sich warten: Barbara Dunst steckte den Ball perfekt in den Lauf von SGE-Torjägerin Laura Freigang, doch Meaghen Nelly konnte die Kugel gerade noch zur Ecke klärten (2.). Forsch begannen die Adlerträgerinnen die Partie mit viel Offensivwirbel – doch die Gäste aus Brandenburg blieben mit schnellen Gegenstößen brandgefährlich: Nina Ehegötz‘ Abschluss strich über die Latte (7.).

Merle Frohms rettet 0:0 zur Pause

Umkämpft war die Partie zwischen den Hessinnen und dem von Sofian Chahed trainierten Verein, die Begegnung war von Nickligkeiten, intensiven Zweikämpfen und teilweise auch hektischen Aktionen geprägt. Tormöglichkeiten sahen die TV-Zuschauer auf beiden Seiten, gleichwohl die Defensivreihen bei Regen in Frankfurt-Rödelheim aufmerksam agierten und wenige Räume anboten. Mit zunehmender Spieldauer entwickelte sich ein intensiver Schlagabtausch mit zu wenig Durchschlagskraft. Die vielversprechendste Situation gab es, als sich Géraldine Reuteler nach einer gefährlichen Turbine-Chance über die linke Seite durchsetzte und Tanja Pawollek im Rückraum anspielte, deren Abschluss allerdings kein Problem für Potsdams Keeperin Vanessa Fischer darstellte (36.). Wirklich brenzlig wurde es vor der Pause noch einmal für die Eintracht, als Merle Frohms den Abschluss von Malgorzata Mesjasz aus dem Strafraumgewühl glänzend parierte (40.). In der Schlussphase des ersten Durchgangs wagten beide Mannschaften etwas mehr – konnten aber am gerechten 0:0 nichts mehr ändern, weil Nationaltorfrau Merle Frohms im SGE-Kaste mit einer sensationellen Flugparade bei einem Überraschungsschuss von Mesjasz ihr Team vor dem Rückstand rettete (44.).

Intensive Partie mit unglücklichem Ende

Ein ähnliches Bild bot sich nach Wiederanpfiff – intensiv, aber wenig Ertrag. Aber beide Mannschaften waren bemüht, nun mehr Offensivakzente zu setzen: Eintracht-Trainer Niko Arnautis wechselte Ex-Turbine Lara Prasnikar nach ihrer Corona-Infizierung für Mittelfeldakteurin Laura Feiersinger ein. Die nächste Torchance hatte allerdings die Schweizerin Reuteler, ihr Schuss wurde geblockt (71.). Kurz darauf kamen SGE-Geburtstagskind Theresa Panfil und Shekiera Martinez in die Partie. Doch in Führung gingen die Gäste: Die eingewechselte Gina Chmielinski drosch volley humorlos die Kugel ins rechte untere Eck zur Potsdamer Führung (76.). Mit wütenden Angriffen reagierten die Hessinnen auf den unverdienten Rückstand. Was Merle Frohms vor der Pause für die SGE war, war Vanessa Fischer nun für Potsdam: Eine Wahnsinnsparade nach einem Schuss von Kapitänin Tanja Pawollek verhinderte den mehr als gerechten Ausgleich.

Für die Adlerträgerinnen warten in den kommenden Wochen in der FLYERALARM Frauen-Bundesliga weitere Top-Gegner: In sieben Tagen spielt der deutsche Rekordmeister auswärts beim aktuellen Doublesieger VfL Wolfsburg. Anstoß in der Autostadt ist am Freitag, 20. November, um 19.15 Uhr. Auch diese Auftaktpartie des 10. Spieltages wird live bei Eurosport und Magenta Sport übertragen.

So spielte die SGE

Frohms - Hechler, Kleinherne, Kirchberger, Aschauer - Feiersinger (61. Prasnikar), Pawollek - Nüsken, Freigang, Dunst (78. Martinez) - Reuteler (74. Panfil).

So spielte der 1. FFC Turbine Potsdam

Fischer - Nally, Elsig, Agrez, Graf - Barth, Kössler (73. Cerci), Mesjasz - Orschmann (73. Weidauer), Nielsen (62. Chmielinski), Ehegötz (90. Plattner).

Schiedsrichterin

Nadine Westerhoff

Tor

0:1 Chmielinski (76.)

Gelbe Karten

Kirchberger - Barth

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