05.11.2020
Frauenfußball

Respektvoller Umgang

Mit der Fusion im Frauenfußball schlossen sich auch die Schiedsrichter zusammen. Mit Julia Boike kam eine ehrgeizige und talentierte Unparteiische Adlerträgerin hinzu.

Kein Fußballspiel funktioniert ohne sie: Die Schiedsrichter. Über 30 Schiedsrichter sind für die Eintracht jedes Wochenende aktiv unterwegs und als Spielleiter tätig. Von den Spielklassen am höchsten pfeift Schiedsrichterin Julia Boike. Die 25-Jährige aus Altenstadt in der Wetterau ist seit dieser Saison als Schiedsrichterin in der Zweiten Frauen-Bundesliga und als Schiedsrichterassistentin in der FLYERALARM Frauen-Bundesliga aktiv.

Anfang Oktober gab sie in den beiden höchsten Ligen im Frauenfußball ihr Debüt. Über 20 Jahre zuvor startete sie ihre Fußball-Karriere. „Ich bin mit dem Ball groß geworden. Als kleines Mädchen hat mein Vater mich immer mit auf den Sportplatz genommen. Da habe ich während den Fußballspielen mit anderen Kindern auf dem Nebenplatz dem Ball nachgejagt, bis ich von einem Jugendtrainer für die Bambinis entdeckt wurde.“ In ihrem Jugendverein spielte sie zunächst im Sturm, im Frauenbereich wechselte sie später ins defensive Mittelfeld. „Ich habe nie eine gelbe oder rote Karte bekommen. Dennoch war ich manchmal unangenehm, da ich Ungerechtigkeiten auf dem Spielfeld nicht leiden konnte. Mir war aber immer ein respektvolles Niveau miteinander wichtig“, erzählt Julia stolz.

Der Seitenwechsel

Im Herbst 2011 wurde sie von ihrem damaligen Fußballverein zu einem Schiedsrichterlehrgang angemeldet und fand Gefallen an der neuen Herausforderung. Fortan entwickelte sie sich weiter zu einer Schiedsrichterin. Schritt für Schritt stieg sie in den nächsten Jahren in den Spielklassen auf. 2014 fällte Julia ihre Entscheidung, nicht mehr selbst aktiv Fußball zu spielen, sondern zukünftig nur noch als Schiedsrichterin zu fungieren. Was war der Reiz dafür? „Für mich ist es faszinierend, zwischen 22 Fußballern ein Teil zu sein. Jedes Spiel gibt einem etwas Neues und man lernt stetig immer wieder hinzu“, beschreibt Julia die Besonderheit am Schiedsrichtersein und ergänzt: „Auch die Herausforderung, im Spiel permanent Entscheidungen treffen zu müssen, motiviert mich.“ Ihr Ziel ist es, eines Tages in der FLYERALARM Frauen-Bundesliga zu pfeifen, aktuell ist es der jungen Schiedsrichterin aber wichtiger, sich in der Zweiten Frauen-Bundesliga zu etablieren und weiter zu verbessern.

Highlights in ihrer Schiedsrichterkarriere gab es schon einige. „Es war ein tolles Erlebnis, in der Sommervorbereitung das Testspiel zwischen Eintracht Frankfurt und dem VfL Wolfsburg in Grünberg zu leiten. Beide Teams haben zahlreiche Nationalspielerinnen in ihren Kadern, wie beispielsweise Europas Fußballerin des Jahres Pernille Harder“, schwärmt Julia. Ebenso ihre Debüts als Assistentin in der FLYERALARM Frauen-Bundesliga beim Spiel SC Sand gegen den SC Freiburg und als Schiedsrichterin in der 2. Frauen-Bundesliga bei der Partie DSC Arminia Bielefeld gegen Borussia Mönchengladbach zählen zu den bisherigen Höhepunkten in ihrer Schiedsrichterkarriere.

Konsequente Linie

In ihren fast zehnjährigen Schiedsrichtertätigkeit hat sie bisher viele gute Erfahrungen und Erlebnisse gesammelt. Ihr Erfolgsschlüssel ist dabei die Kommunikation. Kommunikation auf Augenhöhe mit den Mannschaften und Trainern ist der Altenstädterin während des Spiels wichtig, aber auch klarzustellen, wer die Spielleiterin ist und die Regeln durchsetzen wird. Wichtig ist der sympathischen jungen Frau, sich auf dem Platz nicht zu verstellen: „Ich bin locker und authentisch, aber auch konsequent, wenn es denn sein muss.“

Der Zeitplan von Julia ist eng getaktet. Beruflich ist sie in Hanau in einer Sanitätshauskette in der Marketingabteilung tätig. Anfang Oktober beendete sie erfolgreich den Master-Studiengang in General Management, hinzu kommen pro Woche meistens noch zwei Spiele, die sie pfeift. Momente für sich hat sie dennoch. „In meiner Freizeit tue ich einiges für meine Fitness und verbringe die weitere Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden“, so Julia. Für diejenigen, die Interesse haben, Schiedsrichter zu werden, hat Julia einen einfachen Tipp: „Einfach einen Schiedsrichterlehrgang besuchen und ein Spiel pfeifen. Wichtig ist zu wissen, dass man am Wochenende nur für Spiele eingeteilt wird, wenn man selbst auch Zeit und Lust hat. Ich kann jedem nur empfehlen, den Schiedsrichterschein zu machen.“

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