01.08.2022
Frauen Profis

Krönung bleibt aus

Nach einem starken Turnier müssen sich die DFB-Frauen im Finale gegen Gastgeber England in der Verlängerung 1:2 geschlagen geben, können aber trotzdem mit Stolz auf das Turnier zurückblicken.

Kurz nach Abpfiff war es die Enttäuschung, die aus den Gesichtern der deutschen Nationalmannschaft sprach. Nach einem bis zu diesem Zeitpunkt makellosen Turnier blieb am Ende die Krönung mit dem Europameister-Titel aus. Und doch blitzte beim Umhängen der Silbermedaille schon der erste Stolz aus den Augen der Spielerinnen, die fast 18 Millionen Fernsehzuschauer in Deutschland und 87.192 Besucher im ausverkauften Wembley-Stadion zum Mitfiebern gebracht haben.

Zunächst mit allen vier Adlerträgerinnen auf der Bank ging es am Sonntagabend in einem umkämpften Duell auf Augenhöhe zwischen beiden Strafräumen hin und her, Ex-Frankfurterin Merle Frohms wurde vor stimmungsvoller Kulisse gleich mehrfach getestet. Pech hatte die DFB-Elf, als nach einem Handspiel im Strafraum der Elfmeterpfiff ausblieb. Stattdessen brachte Ella Toone England nach der Pause in Führung (62.), nach der Einwechslung von Nicole Anyomi in der 67. Minute traf Lina Magull zum Ausgleich (79.), der das Spiel in die Verlängerung gehen ließ. Auch Sara Doorsoun, die in der 103. Minute eingewechselt wurde, konnte allerdings nicht verhindern, dass die Partie für die DFB-Elf ein bitteres Ende fand: Chloe Kelly stocherte den Ball mit der Fußspitze zum 2:1 über die Linie (111.) und ließ so die Träume vom neunten Titelgewinn des deutschen Teams platzen.

„Auch wenn die Enttäuschung groß ist, sind wir unfassbar stolz auf uns. Im Vorfeld hätte niemand etwas auf uns gesetzt. Wir können erhobenen Hauptes zurückfahren, denn wir haben ganz viele Menschen in Deutschland begeistert“, zog Sara Doorsoun nach dem Spiel ihr Fazit. „Wir haben uns alle nach Abpfiff in die Augen geschaut und wussten, dass wir, so wie wir zusammengewachsen sind, auch diese Niederlage als Team meistern werden und unser Weg noch nicht vorbei ist.“

„Diese Mannschaft hat mehr gewonnen als einen Pokal“

Und auch SGE-Cheftrainer Niko Arnautis findet lobende Worte für das deutsche Team: „Die DFB-Frauen haben als tolle Einheit ein großartiges Turnier gezeigt und sich in die Herzen der Menschen in Deutschland gespielt. Leider hat es mit dem Titel nicht geklappt. Aber ich glaube, diese Mannschaft hat mehr gewonnen als einen Pokal, und zwar Wahrnehmung, Wertschätzung und jede Menge Sympathien, die sich hoffentlich nachhaltig auf den Frauenfußball auswirken.“

Auch ohne Pokal wird die deutsche Nationalmannschaft nach ihrer Ankunft in Deutschland um 16 Uhr auf dem Frankfurter Römer in Empfang genommen und darf sich dort auch nochmal für die Vize-Europameisterschaft vor ihren Fans feiern lassen.

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