Gegen den Erstligisten Carl Zeiss Jena, bei dem die Ex-Frankfurterin Elena Mühlemann in der Startelf stand, konnte Cheftrainer Niko Arnautis erstmals in der Vorbereitung auf den gesamten Kader zurückgreifen, nachdem unter der Woche sowohl die schweizer als auch die deutschen EURO-Fahrerinnen wieder ins Training eingestiegen waren. Lediglich Marthine Østenstad (Aufbautraining nach Muskelverletzung), Ainhoa Alguacil (muskuläre Probleme) sowie die Langzeitverletzte Sophia Winkler standen nicht im Aufgebot im Bad Hersfelder Stadion an der Oberau, waren aber alle vor Ort, um ihr Team zu unterstützen. Präsentieren durfte sich hingegen Gastspielerin Eleni Markou (zuletzt Union Berlin), die auch gleich zu Beginn in der Startelf stand. Alle Rückkehrerinnen nahmen hingegen zunächst einmal auf der Bank Platz.
In einer munteren Partie bei hochsommerlichen Partien fanden die Adlerträgerinnen gut ins Spiel. Einen direkten Freistoß von Nina Lührßen (3. Minute) konnte Jena-Keeperin Jasmin Janning noch aus dem Eck fischen, ebenso wie Remina Chibas Abschluss (5.) nach schöner Vorarbeit von Nicole Anyomi und Lara Prasnikar. Auch Ereleta Memetis Versuch aus der Distanz (15.) und Pia-Sophie Wolters Abschluss nach Ecke von Lührßen (16.) fanden nicht den Weg ins Tor. Zunächst verzog Chiba nach Balleroberung und Steckpass von Anyomi (24.) knapp, ehe es auf der Gegenseite mit dem ersten gefährlichen Abschluss der Thüringerinnen klingelte. Nach einem langen Pass konnte Jenas Angreiferin Rieke Tietz frei auf Eintracht-Schlussfrau Lina Altenburg zulaufen, umrundete diese und schob den Ball ins leere Tor (25.). Kurz danach feierte die Schweizer EM-Fahrerin Noemi Ivelj ihr Debüt, die Defensivspielerin kam für Ereleta Memeti in die Partie (29.).
Chiba zur Führung – Doppelschlag nach der Pause
Während Lisanne Gräwe noch mit ihrer Direktabnahme scheiterte (30.), machte es Chiba dann besser. Die Japanerin blieb nach Steilpass von Anyomi eiskalt vor dem Tor und vollendete aus rund 16 Metern mit links ins untere rechte Eck (31.) zum Ausgleich. Kurz vor der Pause (43.) hatte die Eintracht die große Chance auf den Führungstreffer, doch Jella Veits Abschluss nach Lührßen-Freistoß landete abgefälscht am Außenpfosten. Nach der anschließenden Ecke versuchte es Chiba mit einem Lupfer, der aber auf dem Netz landete. Damit ging es mit dem Remis in die Pause.
Mit vier Wechseln ging es in den zweiten Durchgang, darunter auch mit Géraldine Reuteler eine weitere EM-Rückkehrerin. Die zweite Hälfte begann Jena deutlich aktiver und kam auch zu gefährlichen Abschlüssen. Darunter auch eine Distanzschuss von Merza Julevic (54.), der Altenburg zu einer Glanzparade zwang. Die Frankfurterinnen hingegen brauchten etwas, um wieder ins Spiel zu finden, kamen dann aber zum Doppelschlag. Zunächst Prasnikar mit Hilfe des Innenpfostens nach Flanke von Chiba (58.) und dann Jarne Teulings (59.) nach Vorlage von Rebecka Blomqvist trafen zur 3:1-Führung. In der Folge feierte Amanda Ilestedt ihr Eintracht-Debüt (60.) und konnte nur zusehen, als Jena mit sehenswertem Distanzschuss durch Julevic (61.) zum Anschluss kam.
Freigang und Senß kehren zurück
Blomqvist (65.) hatte den vierten Eintracht-Treffer auf dem Fuß, konnte den Ball aber nach sehenswerter Kombination zuvor von Reuteler, Gräwe und Chiba nicht über die Linie drücken. Kurz darauf feierten auch die deutschen EM-Fahrerinnen ihr Saisondebüt und Elisa Senß führte sich mit einer präzisen Ecke ein (77.), die Markou an den Pfosten köpfte. Trotz klarer Dominanz gelang der Eintracht kein weiterer Treffer und so blieb es beim knappen, aber verdienten 3:2-Sieg in Bad Hersfeld.
„Wir haben hier in Bad Hersfeld einen ganz wunderbaren Rahmen vorgefunden, kommen immer sehr gerne hierher. Mit den Abläufen im Spiel und dem Ergebnis sind wir für die zweite Woche im zweiten Trainingsblock sehr zufrieden“, resümierte Cheftrainer Niko Arnautis. „Wir sind sehr gut ins Spiel reingekommen, hatten viel Kontrolle und gute Kombinationen. Das Gegentor in der ersten Hälfte ärgert uns natürlich, weil es ein langer Ball hinter die Kette war. Insgesamt hätten wir noch das eine oder andere Tor mehr erzielen können, aber auch der Rasen – so ehrlich muss man sein – war nicht in der besten Form für unser Kombinationsspiel. Wir freuen uns aber sehr, dass wir heute auch diverse Debüts sehen konnten und dass wir wieder alle Spielerinnen nach der EM an Bord haben. Darauf lässt sich aufbauen. Wir wissen, dass wir in vielen Bereichen noch besser werden müssen, auch in der Fitness. Das werden wir, um zum Saisonstart dann auch in der bestmöglichen Form zu sein.“
Am kommenden Freitag, 15. August, 11 Uhr, heißt der nächste Testspielgegner Grasshopper Club Zürich. Der Eintritt im Stadion am Brentanobad ist frei.
So spielte die SGE:
Altenburg - Wolter (60. D. Acikgöz), Markou (60. Ilestedt), Veit (46. Teulings), Lührßen (46. Riesen) - Gräwe - I. Acikgöz (46. Reuteler), Memeti (29. Ivelj / 74. Markou) - Prasnikar (69. Senß) - Chiba (69. Freigang), Anyomi (46. Blomqvist).
So spielte Jena:
Janning – Fischer, Ihlenburg, Haering, Reuter, Sträßer, Felicia Sträßer, Gora, Tietz, Bonsu, Jaron, Mühlemann.
Tore
1:0 Tietz (25.)
1:1 Chiba (31.)
1:2 Prasnikar (58.)
1:3 Teulings (59.)
2:3 Julevic (61.)
Schiedsrichterin
Monique Panetta