Julia, am Sonntag geht die 2. Frauen-Bundesliga endlich wieder los. Ihr dürft mit einem Heimspiel in die neue Saison starten. Wie groß ist die Vorfreude?
Sehr groß. Wir haben intensiv trainiert und unsere Neuzugänge in die Mannschaft integriert, sodass wir als Einheit gut zusammengewachsen sind. Die Mannschaft und das Trainerteam freuen sich darauf, dass es jetzt losgeht, um zu sehen, wo wir stehen. Wir haben das Glück, zuhause zu starten. In der vergangenen Saison waren wir recht heimstark. Daran wollen wir anknüpfen und unser Stadion wieder zur Festung machen.
Es ist deine erste Saison als alleinige Cheftrainerin. Wie gehst du mit der neuen Rolle um und was hast du dir persönlich vorgenommen?
Wir als gesamtes Trainerteam wollen erstmal gut reinkommen. Es fühlt sich natürlich anders an, aber ich freue mich sehr darauf. Ich habe zudem im Staff gute Kollegen an meiner Seite. Ich wünsche mir einen guten Start für alle und möchte der Mannschaft den Glauben schenken, dass sie mit guten Leistungen in dieser Liga bestehen kann.
Der Kader hat sich nach dem einen oder anderen Ab- und Zugang verändert. Wie gut hat sich die neue Mannschaft schon eingespielt?
Es hat ein ordentlicher Umbruch stattgefunden, sowohl innerhalb der Mannschaft, aber auch im Staffteam. Wir sind mittendrin in einem Prozess, allerdings gibt es eine positive Lernkurve. Für die Mädels war es hilfreich, dass die Vorbereitung größtenteils in den Sommerferien stattgefunden hat, sodass ihr Fokus voll und ganz auf dem Fußball liegen konnte. Die Mannschaft setzt unsere Ideen immer besser auf dem Platz um, aber auch neben dem Platz ist eine gute Teamdynamik entstanden, die wichtig für den Saisonstart sein wird.
Ihr habt viele junge Talente dazu gewonnen, aber auch ein einige erfahrene Spielerinnen wie Kerstin Bogenschütz, die mit ihren 30 Jahren bereits Bundesliga-Erfahrung mitbringt, oder auch Valentina Limani als Rückkehrerin. Was war euch wichtig bei der Zusammenstellung des Kaders?
Wir sind sehr froh, dass sich Kerstin uns angeschlossen hat, weil es nochmal eine andere Herausforderung ist, in einer U20-Mannschaft zu sein. Sie spielt überwiegend mit Schülerinnen und Studentinnen, sodass sie bei uns direkt eine Führungsrolle einnimmt. Wie schnell sie sich integriert hat, zeigt sich darin, dass die Mannschaft sie direkt zur neuen Kapitänin gewählt hat. Valentina kam etwas später dazu und braucht noch etwas mehr Zeit, aber sie pusht das Team und geht voran. Auf der anderen Seite haben wir unsere jungen wilden Talente, die zum Teil bereits ihre vierte Saison in der 2. Liga spielen, andere stehen vor ihrer ersten Saison. So haben wir auch hier einen bunten Mix aus erfahreneren und unerfahreneren Nachwuchsspielerinnen.
Uns ist bewusst, dass die 2. Liga hinsichtlich ihrer Qualität in der Breite noch einmal deutlich stärker und herausfordernder geworden ist.
Julia Simic
Mit Absteiger Turbine Potsdam und fünf Aufsteigern sind gleich sechs neue Teams in der Liga. Welche Qualität bringen diese Mannschaften mit?
Der VfB Stuttgart und Viktoria Berlin sind sicher keine klassischen Aufsteiger. Beide Teams werden sehr sicher nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Wie Union Berlin in der Vorsaison wollen sie mit zahlreichen erfahrenen Spielerinnen den nächsten Schritt in Richtung 1. Bundesliga gehen. Aber auch die anderen Teams haben sich gut verstärkt. Turbine Potsdam wird sicherlich ebenfalls mit direkten Wiederaufstiegsambitionen in die Saison starten. Auch mit dem SV Meppen sowie SC Sand, die beide in der vergangenen Saison lange um den Aufstieg mitgespielt haben, wird es ein hart umkämpftes Aufstiegsrennen geben. Für eine U20-Mannschaft ist es immer eine Herausforderung gegen erfahrene Frauenteams zu spielen. Uns ist bewusst, dass die 2. Liga hinsichtlich ihrer Qualität in der Breite noch einmal deutlich stärker und herausfordernder geworden ist.
Im Vordergrund steht es für euch als Nachwuchsteam, die Spielerinnen zu entwickeln und auf das nächste Level zu bringen . Habt ihr darüber hinaus auch für die Liga konkrete Ziele, die ihr euch setzt?
Uns haben im Sommer einige Leistungsträgerinnen verlassen, dennoch gehen wir optimistisch in die Saison. Die Ausbildung junger Talente steht bei uns wie immer im Fokus, aber zur Ausbildung gehört eben auch, Spiele zu gewinnen sowie konstruktiv und zielgerichtet Fußball zu spielen. Dabei ist es wichtig, eine hohe Lernbereitschaft an den Tag zu legen und schnell aus Spielen zu lernen. Unser Ziel ist es, die Mädels im Training Tag für Tag zu verbessern. Je besser die Qualität jeder einzelnen Spielerin ist, desto besser wird man in der Regel auch als Mannschaft sein. Erfolgreich sind wir dann, wenn wir es wieder schaffen, Spielerinnen bei ihren nächsten Schritten in eine erste Mannschaft zu begleiten. Auf welchem Tabellenplatz wir letztendlich landen, ist sekundär.