Cheftrainer Colin Bell war nach dem klaren 8:2-Erfolg seines Teams gegen die TSG Hoffenheim voll des Lobes – mit einer kleinen Einschränkung: „Die zwei Gegentore. Ich hasse Gegentreffer. Das ist wie ein Pickel im Gesicht, den will auch keiner.“ Entsprechend energisch reagierte er an der Seitenlinie nach den beiden schnellen Hoffenheimer Treffern (54./55.). Doch Sorgen musste sich keiner der 1.790 Zuschauer machen – zu diesem Zeitpunkt führte der FFC bereits 5:0 nach Toren von Kerstin Garefrekes (9.), Kozue Ando (11.), Melanie Behringer (25.), Bianca Schmidt (33.) und Ana-Maria Crnogorcevic (36.). Und anders als in früheren Spielzeiten ließ sich das Team davon nicht verunsichern.
„Wir ziehen unser Ding durch“
Saskia Bartusiak betonte: „Jetzt können wir unser Ding durchziehen und lassen uns nicht verunsichern. Und wir haben mit Colin Bell einen erfahrenen Trainerfuchs für solche Situationen.“ Auch Fatmire Bajramaj lobte das neue Teamgefühl: „Wir verstehen uns viel besser als in der Vergangenheit und haben täglich Spaß – das ist auch ein Verdienst unseres Trainers.“ Manager Siegfried Dietrich, der unter der Woche beim FIFA-Kongress in Brasilien war, zeigte sich ebenfalls erfreut über die neue Ernsthaftigkeit in der Mannschaft.
Der FFC reagierte auf den Hoffenheimer Doppelschlag genau richtig: Mit Toren von Kerstin Garefrekes und Celia Sasic (64./66.) stellten die Frankfurterinnen den alten Abstand wieder her, bevor Asuna Tanaka in der Schlussminute mit einem Traumtor den 8:2-Endstand besiegelte.
Blick auf das Topspiel gegen Potsdam
Nun richtet sich der Fokus auf das letzte Bundesligaspiel des Jahres: Am Sonntag reist der FFC zum Erzrivalen Turbine Potsdam. Colin Bell geht mit breiter Brust in das Spitzenspiel: „Ich weiß, dass bei uns mehrere Spielerinnen aus allen Lagen Tore machen können.“ Mit 41 erzielten Treffern stellt Frankfurt die beste Offensive der Liga.
Doch Fatmire Bajramaj, die sich besonders auf das Wiedersehen mit ihrem Ex-Klub freut, warnt: „Gegen Potsdam müssen wir uns steigern, weil sie unsere Fehler sofort ausnutzen. Da dürfen wir nicht so hektisch sein.“ Saskia Bartusiak sieht der Partie ebenfalls mit Vorfreude entgegen: „Unsere Hinrunde ist bis jetzt wirklich gut und Spitzenspiele in Potsdam sind immer spektakulär.“ Und spektakulär sind derzeit fast alle Spiele des 1. FFC Frankfurt.
So spielte der FFC:
Schumann– Schmidt, Bartusiak, Kuznik – Behringer (75. Tanaka), Garefrekes, Marozsán, Laudher, Ando, Crnogorcevic (59. Weber) – Sasic
TSG Hoffenheim:
Vetterlein (13. Kober), Demann, Giehl, Pankratz, Moser, Schneider, Stoller, Chojnowski (76. Fühner), Dongus (46. Breitner), Iwabuchi, Keilbach
Tore:
1:0 Garefrekes (9.), 2:0 Ando (11.), 3:0 Behringer (25.), 4:0 Schmidt (33.), 5.0 Crnogorcevic (36.), 5:1 Keilbach (54.), 5:2 Moser (55.), 6:2 Garefrekes (64.), 7:2 Šašic (66.), 8:2 Tanaka (90.)
Schiedsrichterin:
Nathalie Eisernhardt (Holzerlingen)
Zuschauer:
1.790
Gelbe Karten:
Bartusiak, Crnogorcevic, Giehl