Der 1. FFC Frankfurt hat mit dem 0:0 gegen den VfL Wolfsburg einen wichtigen Punkt im Meisterschaftsrennen gesichert. Am Brentanobad herrschte Zufriedenheit – schließlich konnte der direkte Verfolger auf Distanz gehalten werden.
Simone Laudehr, die ungewohnt als Innenverteidigerin auflief, nahm die neue Rolle mit Humor und schickte einen augenzwinkernden Gruß an die verletzte Saskia Bartusiak: „Die Position ist nicht ganz so meine.“ Dennoch erledigte die 27-Jährige ihre Aufgabe gegen den amtierenden Triple-Sieger souverän.
Defensivtaktik geht auf
FFC-Kapitänin Kerstin Garefrekes betonte die Bedeutung des Ergebnisses: „Es kam in erster Linie aufs Ergebnis an.“ Auch Manager Siegfried Dietrich zeigte sich zufrieden und feierte die Herbstmeisterschaft als verdienten Zwischenerfolg.
Wolfsburgs Trainer Ralf Kellermann hingegen haderte mit dem Ergebnis. Sein Team hatte vor 2.710 Zuschauern mehr Ballbesitz und zeigte das variablere Offensivspiel. Doch Frankfurts Trainer Colin Bell setzte wie schon im Pokalsieg im November auf eine kompakte Defensive und Konter. Mit Ana-Maria Crnogorcevic als Linksverteidigerin gegen die gefährliche Zsanett Jakabfi entschied er sich erneut für eine unkonventionelle, aber wirkungsvolle Maßnahme.
Kaum echte Torchancen
Beide Teams neutralisierten sich über weite Strecken im Mittelfeld, sodass klare Torchancen Mangelware blieben. Die beste Gelegenheit für Frankfurt hatte Celia Sasic, die aus 18 Metern verzog (20.). Auf der Gegenseite musste FFC-Keeperin Desirée Schumann einen gefährlichen Kopfball von Jakabfi mit einer starken Parade entschärfen (15.).
Nach der Pause setzte Frankfurt vermehrt auf eine kompakte Defensive, was auch Wolfsburgs Ex-Stürmerin Conny Pohlers anerkannte: „Irgendwie war immer ein Bein dazwischen.“
Bell sieht Verbesserungsbedarf
FFC-Trainer Bell kritisierte die vielen Ballverluste seiner Mannschaft, lobte aber die Defensive: „Unsere umformierte Abwehr hat wenig zugelassen. Jetzt haben wir gegen das beste Team Europas zweimal zu null gespielt. Spielerisch müssen wir uns aber steigern.“
Frankfurts Zurückhaltung war auch der Angst vor einem Rückstand geschuldet. Kaum ein Konter wurde mit voller Konsequenz ausgespielt, wodurch gefährliche Abschlüsse Mangelware blieben. So waren ein Kopfball von Nilla Fischer nach einer Ecke (58.) und ein Freistoß von Melanie Behringer (82.) die nennenswertesten Szenen im von Taktik geprägten Topspiel.
Am Ende war der FFC mit dem Punkt zufrieden – und behält in der Liga die Tabellenführung.
So spielte der FFC:
Schuhmann – Schmidt, Kuznik, Behringer Marozsán, Laudher – Ando, Garefrekes, Alushi (90. Wich), Crnogorcevic – Sasic
VfL Sindelfingen:
Scuhlt, Wensing, Fischer, Schweers, Jakabfi (80. Blässe), Odebrecht, Keßler, Bunter, Goeßling (60. Pohlers), Popp, Müller (90. Magull)
Tore:
/
Schiedsrichterin:
Marja Kurtes (Düsseldorf)
Zuschauer:
2.710
Gelbe Karte:
Fischer