Bundesliga 10. Spieltag 13/14

An der Spitze überwintern

Der 1. FFC Frankfurt setzt mit dem 3:0-Sieg in Potsdam einen Bigpoint im Kampf um die Meisterschaft.

Im kalten Dämmerlicht des Karl-Liebknecht-Stadions feierten die Spielerinnen des 1. FFC Frankfurt ihren 3:0-Erfolg ausgelassen auf dem Rasen, während sich Cheftrainer Colin Bell und Manager Siegfried Dietrich in den Armen lagen. Doch lange hielt es niemanden auf dem nassen Grün – stattdessen entlud sich die Freude in einem ausgelassenen Tanz vor den mitgereisten Fans.

Jeder im Team wusste, wie wichtig dieser verdiente Auswärtssieg beim Erzrivalen Turbine Potsdam vor 3.030 Zuschauern war. Der FFC krönte mit diesem Erfolg eine starke Hinrunde und setzte ein Ausrufezeichen im Titelrennen. Der lang ersehnte Meistertitel, der erste seit 2008, rückt damit ein Stück näher.

Frühstart und eiskalte Effizienz

Bell, der diesmal Fatmire Bajramaj anstelle von Ana-Maria Crnogorcevic in die Startelf berief, war voll des Lobes: „Meine Mannschaft hat heute alles perfekt umgesetzt, präzise und mit viel Bewegung gespielt. Noch dazu standen wir sehr sicher und waren jederzeit gefährlich.“

Sein Team legte einen Blitzstart hin: Bereits in der ersten Minute köpfte Simone Laudehr nach einer Ecke unbedrängt zur Führung ein. Frankfurt kontrollierte das Spiel mit hohem Pressing und einer stabilen Defensive, während Potsdam 20 Minuten brauchte, um ins Spiel zu finden. Doch die Hessinnen ließen wenig zu und blieben offensiv gefährlicher. Dzsenifer Marozsán scheiterte noch an Torhüterin Ann-Katrin Berger (32.), doch nur vier Minuten später staubte Celia Sasic nach einem Lattentreffer zum 2:0 ab (36.).

Auch in der zweiten Halbzeit ließ der FFC keinen Zweifel an seinem Sieg: Bajramaj krönte ihre starke Leistung mit dem 3:0 nach toller Vorarbeit von Sasic (48.). Potsdam versuchte es zwar noch – Lia Wälti traf das Außennetz (55.), Pauline Bremer den Pfosten (68.) –, doch insgesamt fehlte die Konsequenz im Abschluss.

Titelreife Reifeprüfung

Mit diesem souveränen Erfolg hat der FFC Frankfurt bewiesen, dass er auch unter Druck die Nerven behält. Das Team überwintert an der Tabellenspitze – ein klares Statement im Meisterschaftsrennen.

Für Colin Bell war es ein besonders süßer Erfolg, hatte er doch mit Bad Neuenahr in Potsdam nie punkten können. Nun zeigt er sich mit der Entwicklung seines Teams hochzufrieden: „Wir tun alles für den Erfolg und ordnen dem alles unter. Meine Spielerinnen haben die Grundeinstellung gewonnen, sich immer gegenseitig helfen zu wollen und als Team zu kämpfen.“

Genau das, was Frankfurt in den vergangenen Jahren gefehlt hat.

So spielte der FFC:

Schumann – Schmidt, Bartusiak, Kuznik – Behringer (81. Crnogorcevic), Marozsán (89. Wich), Laudher, Ando – Garefrekes, Alushi (87. Tanaka) – Sasic 

Turbine Potsdam:

Berger, Elsig Mjelde, Kemme, Draws, Wälti, Simic (63. Göransson), Bremer, Anonma (46. Nagasato), Hegerberg (71. Zietz), Evans

Tore: 

0:1 Laudehr (1.), 0:2 Šašic (36.), 0:3 Alushi (48.)

Schiedsrichterin: 

Christina Biehl (Siesbach)

Zuschauer: 

3.030

Gelbe Karten:

Elsig, Behringer, Marozsán